Die Entwicklung des Tanzes

28. Februar 2013 / By

Ein historischer Überblick

Die Zeit vor & nach Christus

Tanz ist wahrscheinlich eines der ältesten Arten der Bewegung in der Geschichte der Künste. Wie lange es gedauert hat bis Gesten mithilfe des Körpers sich zu einer Kunst entwickelt haben, kann man nur erraten. Die frühsten Erkenntnisse sind jedoch anhand von Höhlenmalereien entstanden. Dabei glaubt man, dass besonders in der Antike die Tänze sich auf religiöse Rituale bezogen haben. Curt Sachs behauptet in seinem Buch „Eine Weltgeschichte des Tanzes“, dass die Anfänge des menschlichen Tanzes im sogenannten „Schimpansentanz“ bestehen.

„[…] lustvoller Reigen im Kreis um einen feststehenden, ragenden Gegenstand muss schon Urbesitz der Menschheit von ihren tierischen Ahnen her sein.“

Wir befinden uns in der Zeit lange vor Christus, als man weitere tänzerische Bewegungen in den Initiationsfeiern in Tasmanien und Einzeltänzen der Eskimos fand. Die Naturvölker bedienten sich zu Beginn mit Händeklatschen, Rohren, Trommeln etc. zur Ergänzung der Formen. Darauf folgten in der Totemistischen Klingenkultur die Verwendung von Masken.

Auf der einen Seite gab es also den tierischen Tanz der Völker, welche sich hauptsächlich im Kreis bewegten. Auf der anderen Seite entstand in den späten Stammkulturen der „Pflanzentanz“. Dieser konzentrierte sich auf das Schamanentum, der Ahnenverehrung, den Initiationsgedanken und Fruchtbarkeitsorgien.
Weiter in der Geschichte des Tanzes entwickelten sich 2 Typen der Kulturen heraus: die Bauernkultur und die Herrenkultur. Mischgeschlechtliche Paartänze, Umarmungstänze sowie Bauchtänze waren für diese Kulturen charakteristisch. Sie stellten den Übergang zum Schautanz und Volkstanz des Abendlandes dar.
In dieser Zeit stand das Erlernen des Tanzes im Mittelpunkt. Kinder oder junge Menschen wurden in „tänzerisch veranlagte Dörfer“ geschickt, um als Lehrer oder Vortänzer wieder zurück zu kehren. Die Bezahlung für das Einstudieren von Tänzen machte demnach die Wandlung zum Schautanz vollkommen.

Krafttänze, Geschicklichkeitstänze und Ausdauertänze zählen auch heute noch teilweise zu den Tanzidealen. Die wachsende Bedeutung eines oder mehrerer Zuschauer gab den Tänzern einen Anreiz besondere Leistungen zu bringen. Ist hier die Rede von jungen Männern, so gibt es im Gegensatz dazu die Tempeltänzerinnen, die sich später zum königlichen Hofballett entwickelten.


Jede Art von Tanz drückt sich auf seine Art und Weise durch emotionale Bewegungen aus. Wünsche, Sorgen, Liebe, Hass, Freundschaft etc., all dies findet man in Mimiken, Nachahmungen, Motiven sowie Bildnistänzen wieder.
Verkleidungen und Requisiten bildeten dazu Elemente zur Vollendung der Tänze zu einem Gesamtkunstwerk. Im Gegensatz dazu sollte man die kultischen Nackttänze nicht außer Acht lassen. Schon im 6. Jahrhundert sollen sich Berufstänzerinnen, als auch Ehefrauen berühmter Kaiser nackt vor Publikum lüstern bewegt haben.

Mittelalter

Im frühen Mittelalter veränderten sich Tanzschritte und Themenbereiche nur sehr gering. Der Tanz als gesellschaftliches Ereignis führte Gaukler, Narren, Sänger, Schauspieler und Musikanten an den Hof oder auf den Markt. Früher gefürchtet, heute gefeiert sind die bekannten Hexentänze zur Walpurgisnacht. Die Züge des „im Kreis um das Feuer Tanzens“ aus der frühen Geschichte spiegelt sich hier wieder.

Das hohe Mittelalter brachte die Tanzekstase über die traditionellen Totentänzen mit sich. Das heißt: Menschen verfallen in eine Art unüberwindlichen Zwang zu tanzen und zu singen. Man sagt, Kirchhöfe wie auch Friedhöfe seien ein Ort gewesen, wo sich die Menschen den Toten verbunden fühlen und sich deshalb emotionalen Bewegungen hingeben. Ein sogenannter „danse macabre“ entstand. Ebenfalls makaber sind die Eigenschaften der Tanzarten „Tanzwut“ und „Tarantella“. Letztere soll wohl durch den Biss einer Erdspinne ausgelöst worden sein. Beide Tanzarten äußern sich durch zuckende, verzerrte, verrenkende Bewegungen, die schauerlich und furchtsam erschienen.

Die meisten Leute der heutigen Zeit verbinden mit dem Mittelalter den bäuerlichen Volkstanz und den anmutigen Tanz am Hofe. Tatsächlich gibt es eine Unterteilung in Bauerntanz und Hoftanz. Falsche Rückschlüsse gibt es dennoch. Der Bauerntanz bestand zwar größtenteils aus den Reigen, es wurde aber trotzdem „höfisches Tänzeln“ mit einbezogen. Auch am Hofe wurde nicht nur ausschließlich höfische Stile getanzt. Ritter schwungen ebenfalls gerne ihr Tanzbein zum bäuerlichen Reigen.

Das 15. Jahrundert und Renaissance

Eine Art Phänomen stellt die Bassedanse im 15. Jahrhundert dar. Keine bisherige Tanzvariation schien so königlich zu sein wie diese. „Es ist ein langsam-festlicher, aber leichter, höfischer Tieftanz mit geschleiften kleinen Schritten und Zehenhub“. Das Außergewöhnliche ist jedoch die fehlende regelmäßige Anordnung der Schritte, sowie die gleichmäßig wiederholende Schrittgruppe (bezogen auf das 15. Jahrhundert).

Weitere Tanzstile waren der Saltarello, ein Springtanz; die Quanternaria, ein deutscher Nachtanz; die Piva, ein Bauerntanz (Tanz zur Sackpfeife); die Calata, ein italienischer Auf- und Niedertanz; der Ballo, mehrere Arten von Regeltänzen; der Kettenreigen; der Moriskentanz, welcher sich später zum Schauballett entwickelte und deutsche Tänze für die es leider kaum unmittelbare Zeugnisse gibt.

Von Barock bis Heute

In der Epoche des Barocks hob sich besonders das Menuett ab. Der beliebte französische Gesellschaftstanz entstand um 1650. Getanzt wird er zu zweit und im 3/4 Takt. Ebenfalls in diesem Stil bewegt man sich zum Walzer. Von ca. 1750 bis 1900 galten Charakter, Leidenschaft, Ausdruck und Seele als Elemente des Walzers in einer ganz neuen Tanzära. Anfang des 20. Jahrhunderts konnten dann dichterische Ideen mithilfe von Musik, Requisiten sowie Kostümierung in dem bekannten Russischen Ballett umgesetzt werden.

Neuartige Tanzstile wie Rock’n’Roll, Twist, Jazz, aber auch HipHop, Breakdance und New Style haben sich rasant entwickelt. Die Verbreitung durch das Internet, hauptsächlich dank Youtube, half somit besonders Straßenkünstlern ihre neuen Moves populär zu machen. So auch der Jerkin. Einige Kids schnappten sich die Kamera und begannen HipHop- und Skating-Elemente zu einem Raptanz zu verbinden. Kaum war das Video 2008 im Netz eingestellt, verbreitete es sich von Los Angeles über die ganze Welt. Die Kids wurden somit zu Tanzstars der Straße.

Und die Entwicklung sowie Verbreitung neuer moderner Tanzstile schreitet immer schneller voran. Um immer die neusten Tanzstile lernen zu können, verfolge unsere spannenden Artikel und Tanztutorials auf danceecho.de!

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