Next Generation Battle – Interview mit „Killian“

17. Juli 2013 / By

Steckbrief

Name: Holger Köhler

Künstlername: B-Boy Killian

Geburtstag: 07.03.1990

Tanzt seit: 12 Jahren

Crew: The Saxonz, Battalion East

Favourite Dancestyle: B-Boying

Vorlieben: meine Freundin :-), Battles, große Shows

Er mag nicht: zu wenig Schlaf; Tänzer mit großer Klappe, aber nichts dahinter

Lieblingsessen: Pelmeni, Hausmanns Kost 🙂

Marie: Hey Killian! Du bist sozusagen auserwählt worden, in der Jury des Next Generation Battles (Leipzig, 14. September 2013) zu sitzen und die tänzerischen Leistungen zu bewerten. Damit wir dich besser kennen lernen, haben wir natürlich ein paar Fragen, die uns brennend interessieren.

Killian: Nur zu! Ich bin bereit.

Marie: Erzähl mal ein bisschen was zu deiner Arbeit. Was machst du zur Zeit?

Killian: Ich bin hauptberuflich Tänzer. Bin also selbstständig und das jetzt schon seit einem Jahr. Dabei gebe ich viel Unterricht an Tanzschulen, aber auch Kurse in ganz normalen Schulen. Außerhalb der Schule habe ich viele Shows mit anderen Tänzern in einer Gruppe, einige Battles in Deutschland und im Ausland, ich trete aber auch im Theater der jungen Welt als Tänzer auf. Demnächst soll ich auch in einem Musical die Chance haben, als Solotänzer mein Können unter Beweis zu stellen.

Marie: Das klingt nach jede Menge Arbeit. Wie bist du denn darauf gekommen Tänzer zu werden?

Killian: Angefangen hat das mit ungefähr 11 oder 12 Jahren. So genau, weiß ich das nicht mehr. Der Grund für mein Interesse war zuerst mal der Fernseher. Dort habe ich vielen Tänzern zu gesehen und sie bewundert. So, wie sie, wollte ich auch werden. Glücklicherweise hatte ich damals einen Freund in der Klasse, der ebenfalls tanzen wollte. So fingen wir gemeinsam an, mit seinem großen Bruder eigenständig zu trainieren. Wir trainierten wirklich sehr hart bis zu 2 mal am Tag. Wir wurden von den größeren Tänzern gefördert und gefordert. Trotzdem fehlte uns der Kontakt zu anderen Tänzern aus Deutschland, so dass wir nach ca. 5 Jahren das erste Mal zu einem anderen Training gingen. Wir kannten nur die Videos von den Tänzern aus den USA, Korea oder auch Frankreich. Videokassetten wie „Battle of The Year 2000″, „Freestyle Session“ oder „Streetjam Korea“ waren unsere einzigen Einflüsse aus der Szene. Dort waren wir ein wenig enttäuscht, weil sich einfach unsere Erwartungen von den Videos nicht erfüllt hatten. Aber trotzdem bildeten wir eine Crew und entwickelten unseren Stil weiter.

Bild-Breakdancer-Killian-2Bild: © STYLEJUNKIES entertainment & kommunikation

Marie: Wolltest du schon immer Tänzer werden oder hast du vorher noch etwas anderes gelernt?

Killian: Ich habe wirklich etwas anderes gelernt. Und zwar bin ich staatlich geprüfter Wirtschaftsassistent Fachrichtung Informationsverarbeitung und Kaufmann für Bürokommunikation. Ich komme ursprünglich aus Wermsdorf bei Oschatz. Dort habe ich dann auch erstmal 2 Jahre in meinem Gebiet gearbeitet. Danach ging es auch mal für kurze Zeit zu einem Telefonanbieter und später fing ich dann an, Kurse zu geben und meine Selbstständigkeit aufzubauen. Ich habe dann auch ein Zertifikat als Jugendkulturtrainer im Fachbereich Breakdance erhalten. Derzeit wohne ich in Leipzig mit meiner Freundin.

Marie: Und das ist auch gut so. Du bist ja Breaker und hast gesagt, dass du bei vielen Battles mit machst. Hast du schon ein paar Erfolge erzielen können? Wo siehst du deine Stärken?

Killian: Es ist relativ schwierig sich als Breaker erfolgreich durchzuschlagen. Du musst dich meistens bei jedem Battle aufs Neue beweisen. Vor einem Jahr fand ich heraus, dass ich die 1 vs. 1 Battles bevorzuge. Dennoch bestreite ich noch sehr gern Crew Battles. Ich kann mich nicht an alle Erfolge erinnern, aber einige gibt es doch:

– 1. Platz: Subkult Illmenau 2011 und 2012 (1 vs 1 Battle)
– 1. Platz: Double D Town Battle 2012 (2 vs 2 Battle)
– Sieger beim 7 To Smoke Double D Town Battle 2012
– Finalist beim Vita Cola Kingz of the Circle
– 2. Platz: In Ya Face Battle in Paderborn

Marie: Das Next Generation Battle ist ja auch eine Battleveranstaltung für junge tanzebegeisterte Menschen: Was bedeutet für dich das Next Generation Battle?

Killian: Das Next Generation Battle ist eine super Sache, gerade für den Nachwuchs. Wenn ich an meine Jugend zurück denke, hätte ich mir so ein Battle gewünscht. Es ist relativ wichtig, dass auch die Newcomer Erfahrung in der Szene sammeln. TOP!!! Ich freue mich drauf!

Marie: Wir sind auch schon gespannt! Jetzt hast du schon jede Menge von dir verraten. Eins wollen wir aber noch wissen: Wie sieht denn das Training besonders für Breaker aus?

Killian: Wie bei jeder Tanz- oder Sportart ist die Erwärmung das A und O. Man sollte sich unbedingt lockern und dehnen, vor allem im Leisten- und Schulterbereich. Danach baut jeder Trainer seine Stunden anders auf. Grundsätzlich beginnt man das Training aber mit Toprocks. Ich bin ein ursprünglicher Powermover, das hat sich inzwischen etwas geändert. Ich versuche so vielseitig zu sein wie nur möglich, bedeutet ich lege zur Zeit mein Fokus auch viel auf Footworks und Toprocks. Gerade diese 2 Dinge möchte ich meinen Schülern beibringen, da diese die Grundlagen des B-Boying sind. Im Endeffekt ist es immer abwechslungsreich und vielfältig. Am Ende gibt es jedoch meistens einen Kraftkreis. Das hält fit!

Marie: Na dann Sport frei! 🙂

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